Crowdfunding-Evolution: wie sich die «öffentliche Finanzierung» veränderte

Heutzutage ist Crowdfunding eines der effektivsten Geschäftskonzepte. Es ermöglicht jedem Entwickler von Projekten, andere Menschen auf seine Idee aufmerksam zu machen und sein Traumprojekt zu verwirklichen. Dabei kann man mit Gleichgesinnten kommunizieren, Sponsoren finden und neue Produkte auf den Markt bringen.

Trotz der großen Beliebtheit von Crowdfunding heutzutage war das nicht immer so. Das Crowdfunding, wie wir es heute kennen, bildete sich erst Mitte der 2000er-Jahre heraus. In diesem Artikel werden wir die Ursprünge, Besonderheiten und die Geschichte des Crowdfunding, von seinen Anfängen bis heute, genauer betrachten.

Crowdfunding: Der Anfang

Zum ersten Mal wurde das Modell einer „öffentlichen Finanzierung“ in der Musikindustrie eingesetzt – mit ihrer Hilfe sammelte man Mittel für die Veröffentlichung von Musikalben und die Organisation von Konzert-Tourneen. Die erste vollwertige Crowdfunding-Plattform erschien im Jahr 2000. Die Plattform mit dem Namen ArtistShare ermöglichte es Künstlern, Spenden von ihren Fans zu sammeln, um ihre Projekte, im Austausch für verschiedene Boni (Autogramme, Merchandiseartikel, exklusive Tickets usw.), zu bewerben.

Seitdem hat sich die Idee und das Modell des Crowdfunding nicht wesentlich geändert – es passte sich lediglich an ein breiteres Publikum an. Weltweit bekannt wurde das Crowdfunding-Konzept, dank solcher Websites wie Kickstarter und IndieGoGo. Laut den Angaben von Fundly wurden bis heute, mithilfe von Crowdfunding-Projekten, bereits mehr als 34 Milliarden US-Dollar weltweit gesammelt.
Grundsätzlich verwenden Crowdfunding-Projekte ein Vorverkaufsmodell – die Projektsponsoren erhalten Zugriff auf das Produkt selbst oder auf mit dem angebotenen Produkt verbundenen Angeboten und materielle Belohnungen. Zum Beispiel machte die 2005 gegründete Kiva-Plattform das Konzept der Crowdfunding-Kreditvergabe (Crowdlending) populär, wodurch die Geschäftsleute Kredite für kleine Unternehmen und für Entwicklungen ihrer eigenen Produkte bekommen konnten.

Crowdfunding: eine Geschichte von Höhen und Tiefen

Die Wirksamkeit von Crowdfunding wird durch Dutzende erfolgreiche Projekte bestätigt, deren Umsetzung, dank dieses Modells, überhaupt erst möglich wurde.

Das vielleicht umstrittenste Produkt in der Crowdfunding-Geschichte ist die Smartwatch von Pebble Time, die 2015 produziert wurde. Die Marke schaffte es, über 20 Millionen US-Dollar von 78 Sponsoren zu sammeln. Dabei erhielt die Marke die erste Million in weniger als 50 Minuten nach dem Start des Projekts auf der Plattform. Heute wird diese Uhr von Sportlern auf der ganzen Welt getragen.

Eine weitere bemerkenswerte Erfolgsgeschichte stellt das Projekt Oculus Rif dar, bei dem es sich um ein VR-Gaming-Headset handelt. Oculus Rift wurde auf Kickstarter gestartet und brachte über 2 Millionen US-Dollar ein. Später wurde das Projekt von Facebook für 2,3 Millionen US-Dollar erworben.

Aber wie bei jedem anderen Geschäftstyp kann man in der Crowdfunding-Geschichte auch schlechte Beispiele finden. Einige Projekte konnten ihre den Investoren gegebenen Versprechen nicht einhalten und lösten sich in nichts auf. Einer der spektakulären Misserfolge verkörpert das Unternehmen Kobe Red. Seine Gründer versprachen, den Markt mit hochwertigem japanischen Rindfleisch zu versorgen. Bevor sich herausstellte, dass hinter dem Projekt Betrüger stecken, gelang es ihm, 120.000 US-Dollar zu sammeln.

Die Zukunft von Crowdfunding

Heute entwickelt sich die Crowdfunding-Branche aktiv weiter. Nach Prognosen von Fundly wird der Crowdfunding-Markt bis 2025 ein Volumen von 300 Milliarden US-Dollar erreichen.

Mit diesem Marktwachstum wird jedoch auch eine stärkere Kontrolle durch die Regulierungsbehörden erwartet. Wir erleben bereits jetzt eine verstärkte Kontrolle über die Erfüllung von Versprechungen seitens der Projekte und eine aktivere Intervention von Strafverfolgungsbehörden auf dem Markt. Einer der Präzedenzfälle schuf die iBackPack-Kampagne – ihre Entwickler unterschlugen mehr als 800.000 US-Dollar, die auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo gesammelt wurden. Nachdem diese Tatsache bekannt wurde, erschien auf der Website der amerikanischen Federal Trade Commission eine Warnung für potenzielle Investoren in Crowdfunding-Kampagnen.

Wir empfehlen Ihnen, alle Projekte sorgfältig zu prüfen, bevor Sie die Entscheidung treffen, sie zu unterstützen.

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