Wie realistisch ist es, mithilfe von Crowdfunding, Mittel für ein Projekt zu gewinnen?

Crowdfunding ist ein innovativer Weg, um Finanzmittel zu beschaffen, welcher von vielen Unternehmern aus Angst immer noch nicht gegangen wird. Diese Angst ist aber völlig unberechtigt! Obwohl Crowdfunding oder, wie es auch genannt wird, „öffentliche Finanzierung“ erst vor relativ kurzer Zeit entstand, konnten, dank dieser innovativen Finanzierungsmöglichkeit, viele interessante Projekte gestartet werden. Lassen Sie uns besprechen, warum Crowdfunding immer beliebter wird und welche Aussichten es hat.

Crowdfunding-Markt: Trends und Perspektiven

In der Anfangsphase haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, Finanzmittel zu finden: Sie brauchen dringend Mittel für ihre Geschäftsentwicklung, sonst müssen sie den Markt verlassen. Nicht jedem gelingt es, seinen eigenen Business-Angel zu finden – einen großen Investor, der bereit ist, eine große Summe in die Entwicklung Ihres Projekts zu investieren. Während der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Krise wird es noch schwieriger, einen solchen Investor zu finden.

Eine alternative Möglichkeit, Mittel zu gewinnen, besteht darin, eine Crowdfunding-Kampagne zu starten. In diesem Fall wird das Projekt auf einer speziellen Website, einer Crowdfunding-Plattform, veröffentlicht, und jeder kann für das Projekt so viel spenden, wie er möchte. Die Projektunterstützer, welche eine Spende geleistet haben, bekommen normalerweise eine Belohnung: Es kann sich dabei um ein Produkt, um Unternehmensaktien, um einen persönlichen Dank der Gründer usw. handeln.

Diese Art der Spendenannahme wurde 2008 in den USA als „Crowdfunding“ bezeichnet. Seitdem hat sich Crowdfunding aktiv weiterentwickelt: Es wurden spezialisierte Websites für die Beschaffung von Geldmitteln für verschiedene Projekte eingerichtet: für karitative, persönliche, Investitions- oder Kunstprojekte. Von 2013 bis 2016 entwickelte sich der Crowdfunding-Markt rasant: In dieser Zeit verdoppelte sich der Crowdfunding-Markt jährlich.

Besonders dynamisch entwickelte sich der Crowdfunding-Markt in den USA: bereits 2015 erreichte sein Volumen 17,2 Milliarden US-Dollar. In Asien betrug es 10,6 Milliarden US-Dollar und in Europa – 6,5 ​​Milliarden US-Dollar.

Jedoch nicht in allen Ländern erreichte das Crowdfunding seinen Höhepunkt. In einigen Ländern, beispielsweise in Russland, hat das Crowdfunding noch kein solides Niveau erlangt. Seine Entwicklung wird hauptsächlich durch folgende ungünstige Faktoren behindert:

  1. In den USA begann eine aktive Entwicklung des Crowdfunding im Jahr 2008 und in Russland – erst nach 2012.
  2. Die Einwohner Russlands sind es nicht gewohnt zu investieren, deshalb sind sie weniger aktiv an Crowdfunding-Projekten beteiligt. Nach Angaben von 2020 haben sich nur 2 Millionen Menschen von 140 Millionen Einwohnern Russlands mit Investitionen beschäftigt. Bis 2020 war die Anzahl der Investoren noch geringer. Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und einem Rückgang der Zinssätze für Einlagen bei der Zentralbank, begannen die Menschen, häufiger Wertpapiere zu kaufen.

Krisen wirken sich immer negativ auf die finanzielle Aktivität der Bevölkerung aus. Das Crowdfunding in einer solchen Situation kann jedoch als Win-Win-Strategie eingesetzt werden, welche für alle Teilnehmer von Vorteil ist.

Das Crowdfunding während einer Krise

In Krisensituationen sinkt die Kaufkraft der Bevölkerung, aber die Menschen werden offener für neue Möglichkeiten. In vielen Ländern senken die Zentralbanken die Zinssätze für Einlagen. Dies ermutigt die Menschen, nach alternativen Wegen zu suchen, um ihre Ersparnisse zu sichern und Gewinne zu erzielen.

Der zweite wichtige Vorteil von Crowdfunding in einer Krisenzeit besteht darin, dass man die fortschrittlichsten Neuheiten praktisch zum Selbstkostenpreis kaufen kann. Zum Beispiel konnte man eine Pebble-Smartwatch auf Kickstarter für eine Spende von 99 US-Dollar bekommen. In den Geschäften verkaufte man sie zu einem Preis von 150 US-Dollar. So konnten die Projektunterstützer die Smartwatches der neuesten Generation mit einem Rabatt von über 30% erhalten.

Diese Faktoren sollten sich positiv auf das Wachstum der Crowdfunding-Einnahmen in der Zeit nach der Pandemie auswirken. Laut Statista stieg der Betrag der durch Crowdfunding eingenommenen Mittel im vergangenen Jahr um 33,7%. Der Service prognostiziert einen jährlichen Anstieg des Indikators „Transaktionspreis“ für Crowdfunding auf 3,3% (2021–2025).

Die Projektgründer sammeln Erfahrung, wodurch sie ihre Spendenaktionen häufiger erfolgreich abschließen können. Wenn sie früher vergeblich auf Aufmerksamkeit und auf Spenden für die Entwicklung ihrer Projekte gewartet haben, ohne eine professionelle Vorarbeit zu leisten, so hat sich die Situation jetzt geändert. Die Organisatoren von Sammelaktionen begannen mit sozialen Medien zusammenzuarbeiten und führten PR-Kampagnen durch, um ihre Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss ihrer Spendenkampagnen zu erhöhen.

Das Crowdfunding wird auch dadurch positiv beeinflusst, dass etablierte Marken Crowdfunding-Kampagnen einsetzen, um ihre neuen Produkte zu testen. Diese wurden beispielsweise von „Coca-Cola“, „Lego“, „Gillette“ durchgeführt.

„Gillette“ nutzte eine Crowdfunding- Kampagne, um seine Innovation – ein Rasiermesser mit Heizung – zu testen. Das Gefühl, sich damit zu rasieren, verglich man mit dem Gefühl, sich mit einem heißen Handtuch in einem Friseursalon oder bei einem Barbier rasieren zu lassen. Die Marktforschung, welche erforderlich war, um Informationen über die Nachfrage zu erhalten, hätten zusätzliche Investitionen des Unternehmens erfordert. Mit Hilfe der Crowdfunding-Kampagne erhielt „Gillette“ nicht nur die notwendigen Informationen, sondern sammelte auch zusätzliche Finanzmittel. Dem Unternehmen gelang es, eine Vorbestellung für 1.232 Exemplare zu bekommen, fast sechsmal mehr als ursprünglich geplant.

In der Zukunft kann man mithilfe von Crowdfunding viel mehr Geld anziehen. Dies ist auf aktuelle Markttrends zurückzuführen, einschließlich des wachsenden Interesses großer Unternehmen an Crowdfunding. Mit dem Crowdfunding kann man, selbst in den vorherrschenden Krisenzeiten, notwendige Finanzmittel gewinnen, weil die Projektunterstützer während einer Krise eher dazu neigen, neue Dinge auszuprobieren. Das Misstrauen gegenüber den Projektgründern nimmt jedoch während einer Krise ebenfalls zu: Um Finanzmittel zu bekommen, sollten die Gründer verantwortungsbewusst die Beschreibung ihres Projekts angehen und seine Aktualisierungen rechtzeitig veröffentlichen.

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